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Donnerstag, 8. März 2007
Das Pferd kennt den Weg
und ich kenn jetzt das Gefuehl, das erste Mal auf einem Pferd gesessen zu haben, zwei Stunden bergauf und ziemlich steil bergab zu trotten - fuer mich mindestens gefuehlte 50 km/h, wenn es mal bisschen schneller wurde - und sich am naechsten Morgen nur noch aus Hintern- und Rueckenschmerzen bestehend zu fuehlen. Cool, war das, echt cool, und ich werde mich wieder auf ein Pfernd schwingen, am besten auf Chiloé. Da fahren wir morgen hin - mit dem Bus juchu, und ohne frische Fruechte bei der erneuten Grenzueberschreitung nach Chile. Fast waere es ja Buenos Aires (BsAs) geworden, aber da ich ja in CHILE Urlaub mache, ... nee, das ist kein Argument, ..., naechsten Urlaub dann mehr von Argentinien.
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"Warum...
sind wir hier? Was mache ich hier?". Das sind meine bestaendigsten Gedanken, nicht weil ich mich waehrend meines Urlaubs der Philosophie widme sondern weil es in diesem Fall um die praktische Frage geht "Warum tue ich mir das an?" nachdem wir seit 24 Stunden im Bus sitzen, ich mitten der Nacht zum 10. Mal aufwache, ich nicht glauben kann, wie schlecht die Strasse ist ("Das ist doch keine Strasse!) und wir noch f*** 9 Stunden vor uns haben. Coche Cama gabs nicht mehr, also Coche Semi Cama... Am Ende falle ich mehr aus dem Bus als das ich aussteige. Warum fahren die hier nicht die direkte Verbindung immer geradeaus nach Norden, da wo die Sonne mittags am hoechsten steht? Warum schiebt sich der Bus von der Mitte des Landes erst in den Sueden zurueck nach Rio Gallegos ueber Comodoro Rivadavia am Atlantik(!) um dann den Bogen wieder ins Landesinnere nach Bariloche zu schlagen? Wenn man sich das auf der Karte anschaut, macht das fuer jemanden aus dem Autobahn-kein Tempolimit-ICE-Billigflugverbindungsland keinen Sinn, aber da wollte ich ja weg und n bisschen Zeit fuer solche "Spaesschen" habe ich auch noch...
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Das 0. Weltwunder und seine Gefaehrten
Wen es nach El Calafate verschlaegt, der MUSS sich Gletscher anschauen. In Ushuaia sehe ich ein Bild vom Glaciar Perito Moreno im Parque Nacional Los Glaciares und kann mir nicht wirklich vorstellen, dorthin zu fahren. Gerade ist dort high season, denn im spaeten Sommer brechen riesige Gletscherstuecke laut krachend ins Wasser und das findet die suedamrikanische Presse total aufregend.
Nichts desto trotz widmen auch wir uns den Gletschern. Nachdem man vergisst uns abzuholen, wird der Ausflug auf den Nachmittag verlegt, was sich als viel besser herausstellt. Die Sonne scheint und es sind kaum Leute bzw. Touristen unterwegs. Also fahrenfahrenfahren wir und hoeren Jorge zu, der unermuedlich in sein Headset redetredetredet... "The only animal you will see today for sure is me." usw.... Und dann biegen wir irgendwann um eine Ecke und sehen Perito Moreno vor uns: Ein riesiger Gletscher, der sich zwischen zwei Bergen in einen See schiebt. Wir naehren uns mit dem Auto, stehen auf dem Steg dem Gletscher Auge in Auge gegenueber und cruisen mit dem Boot an der Nordwand vorbei. Man kann sich gar nicht sattsehen an dem "Ding". Es ist riesig, hoch und breit, zu sehen von zwei Seiten, von weisser bis tuerkiser Farbe, es bollert unregelmaessig wie Silvesterknaller und auch wenn nix abbrechen und ins Wasser stuerzen will, ist es ein erhebender Anblick und fuer Jorge das "wonder of the world number zero". Ach so, und "You will have the best day in your life" sagt einer, der angeblich seit 20 Jahren, 7 Tage die Woche und 11 Monate im Jahr diese Tour macht:-) Am naechsten Tag rauschen wir mit zahlreichen, vermutlich pauschalreisenden Renterpaaren in einem sehr schnellen Boot ueber milchig gruenes Wasser zum Upsala Gletscher und anderen kleineren Bruedern und bekommen zeitweilig den Mund vor Staunen nicht mehr zu angesichts der vorbeischaukelnden kleinen tuerkisen "Eisberge", die alle genau dann von den Gletschern gebrochen sind, als wir nicht da waren.
Ja, so war das in El Calafate. In der Nacht von Sonntag auf Montag fahren wir nach Bariloche, was natuerlich immer noch in Argentinien liegt. Ich komm hier einfach nicht weg...





Nichts desto trotz widmen auch wir uns den Gletschern. Nachdem man vergisst uns abzuholen, wird der Ausflug auf den Nachmittag verlegt, was sich als viel besser herausstellt. Die Sonne scheint und es sind kaum Leute bzw. Touristen unterwegs. Also fahrenfahrenfahren wir und hoeren Jorge zu, der unermuedlich in sein Headset redetredetredet... "The only animal you will see today for sure is me." usw.... Und dann biegen wir irgendwann um eine Ecke und sehen Perito Moreno vor uns: Ein riesiger Gletscher, der sich zwischen zwei Bergen in einen See schiebt. Wir naehren uns mit dem Auto, stehen auf dem Steg dem Gletscher Auge in Auge gegenueber und cruisen mit dem Boot an der Nordwand vorbei. Man kann sich gar nicht sattsehen an dem "Ding". Es ist riesig, hoch und breit, zu sehen von zwei Seiten, von weisser bis tuerkiser Farbe, es bollert unregelmaessig wie Silvesterknaller und auch wenn nix abbrechen und ins Wasser stuerzen will, ist es ein erhebender Anblick und fuer Jorge das "wonder of the world number zero". Ach so, und "You will have the best day in your life" sagt einer, der angeblich seit 20 Jahren, 7 Tage die Woche und 11 Monate im Jahr diese Tour macht:-) Am naechsten Tag rauschen wir mit zahlreichen, vermutlich pauschalreisenden Renterpaaren in einem sehr schnellen Boot ueber milchig gruenes Wasser zum Upsala Gletscher und anderen kleineren Bruedern und bekommen zeitweilig den Mund vor Staunen nicht mehr zu angesichts der vorbeischaukelnden kleinen tuerkisen "Eisberge", die alle genau dann von den Gletschern gebrochen sind, als wir nicht da waren.
Ja, so war das in El Calafate. In der Nacht von Sonntag auf Montag fahren wir nach Bariloche, was natuerlich immer noch in Argentinien liegt. Ich komm hier einfach nicht weg...
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Donnerstag, 1. März 2007
Sitzfleisch...
vor allem Sitzfleisch ist gefragt, wenn man von Ushuaia mit dem Bus nach El Calafate/ Argentinien faehrt. Neunzehn Stunden Fahrt, diverse Transit-Stempel Argentinien-Chile-Argentinien, Platz soweit das Auge reicht, unglaubliche Wolken, zwei verschreckte Lamas in freier Natur am Rande der Strasse, nach mehren Stunden totale Gleichgueltigkeit...
Ein Wort noch zu den frsichen Fruechten: Aepfel, manzana = der Apfel, ist verboten, Bananen aus Ecuador duerfen ohne Bedenken auf dem Landweg von Argentinien ueber Chile wieder nach Argentinien eingefuehrt werden. Kann mir bitte jemand erklaren, welches Prinzip dahinter steckt?

Ein Wort noch zu den frsichen Fruechten: Aepfel, manzana = der Apfel, ist verboten, Bananen aus Ecuador duerfen ohne Bedenken auf dem Landweg von Argentinien ueber Chile wieder nach Argentinien eingefuehrt werden. Kann mir bitte jemand erklaren, welches Prinzip dahinter steckt?
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Ans Ende der Welt bzw. aus Chile wird Argentinien
Ja, ich dachte auch, dass ich nach Chile fahre, aber jetzt bin ich in Argentinien und das ist gut so. Ich hatte ja einen vagen Plan, aber keine echte Vorstellung von der Reise. Hier gibt es soviel zu sehen und des sind immer Leute, die gerade von irgendwo herkommen oder irgendwo hinwollen, wo es total toll ist. Ich vertrat zunaechst die Meinung, dass ein Teil der Reisenden nur unterwegs ist, damit sie andere treffen, die ihnen zuhoeren, aber nach in paar Abenden bin ich willens mich darauf einzulassen.
Also fliegen wir nach Ushuaia. Das ist nicht in Japan, auch wenn es so klingt, sondern die suedlichste Stadt der Welte, el Fin del Mundo, das Tor zu Antarktis. Nach dreimal starten, dreimal landen und der Frage nach den frischen Fruechten, die man selbstverstaendlich nicht einfuehren darf, wird klar: die suedlichste Stadt bedeutet nicht "ich hier, dort Meer und nix dahinter", sondern es geht immer noch ein Stueckchen weiter. Der letzte Berg, die letzte Insel, die letzte city, die letzte town, das letzte Haus, das letzte wasauchimmer, aber trotzdem ist es ein behebendes Gefuehl in der Naehe des Endes der Welt zu sein. Es ist schoen dort, sehr schoen sogar und es gibt alles was man braucht. Das Wetter wechselt innerhalb von Minuten von sonnig, lieb und schoen in windig, regnerisch und kalt und ich bin erst entspannt, nachdem ich einen Schaal und eine Muetze erworben habe.
Unsere Unterkunft heisst Cruz del Sur, aber ich taufe sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge in rat hole um. Das weinende Auge weint wegen des Vierbettzimmers und der wankenden Doppelstockbetten, das lachende freut sich ueber die lustigen Backpacker und den chilligen Aufenthaltsraum. Vom rat hole aus machen wir uns auf den Weg in den Nationalpark um an einem der offiziellen Punkte mal wieder "das letzte der Welt" zu sehen, fahren schlingernd und wellenreich auf eine echte PINGUINinsel und mit einer Seilbahn auf einen kleinen Gletscher. Immer dabei Wind, Muetze, Handschuhe und die lange Unterhose.
Dunkel ist es erst gegen 23 Uhr, das ist dann wohl das sommerliche am Ende der Welt;-)


Also fliegen wir nach Ushuaia. Das ist nicht in Japan, auch wenn es so klingt, sondern die suedlichste Stadt der Welte, el Fin del Mundo, das Tor zu Antarktis. Nach dreimal starten, dreimal landen und der Frage nach den frischen Fruechten, die man selbstverstaendlich nicht einfuehren darf, wird klar: die suedlichste Stadt bedeutet nicht "ich hier, dort Meer und nix dahinter", sondern es geht immer noch ein Stueckchen weiter. Der letzte Berg, die letzte Insel, die letzte city, die letzte town, das letzte Haus, das letzte wasauchimmer, aber trotzdem ist es ein behebendes Gefuehl in der Naehe des Endes der Welt zu sein. Es ist schoen dort, sehr schoen sogar und es gibt alles was man braucht. Das Wetter wechselt innerhalb von Minuten von sonnig, lieb und schoen in windig, regnerisch und kalt und ich bin erst entspannt, nachdem ich einen Schaal und eine Muetze erworben habe.
Unsere Unterkunft heisst Cruz del Sur, aber ich taufe sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge in rat hole um. Das weinende Auge weint wegen des Vierbettzimmers und der wankenden Doppelstockbetten, das lachende freut sich ueber die lustigen Backpacker und den chilligen Aufenthaltsraum. Vom rat hole aus machen wir uns auf den Weg in den Nationalpark um an einem der offiziellen Punkte mal wieder "das letzte der Welt" zu sehen, fahren schlingernd und wellenreich auf eine echte PINGUINinsel und mit einer Seilbahn auf einen kleinen Gletscher. Immer dabei Wind, Muetze, Handschuhe und die lange Unterhose.
Dunkel ist es erst gegen 23 Uhr, das ist dann wohl das sommerliche am Ende der Welt;-)
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Montag, 12. Februar 2007
es geht dann bald mal los...
Bin ich vorbereitet? Spanisch kann ich nicht - nada - , obwohl ich mir mindestens Gedanken gemacht habe, wie ich das ändern kann bzw. ich habe "Spanisch in 20 Tagen" zwar gekauft, aber seit 60 Tagen ist nix passiert, obwohl ich es auf den ipod transferiert habe, den ich aber nicht benutzt habe. Dafür habe ich "Das Geisterhaus" gelesen. Warum? Ich habe drei Minuten halbherzig nach Chile-Literatur-Bücher-oderso recherchiert und das war das Ergebnis. Wie war das so? Schwülstig.
Weniger als 24 Stunden vor der Abreise stelle ich fest, dass ich keinen PIN für die beiden Kredtikarten habe. Ich war mir ganz sicher, dass die genau da liegen sollen, wo ich gekuckt habe, aber da ist nichts, gar nichts. Warum hätte ich auch vor zwei Wochen schon mal Probekucken sollen, wo die doch immer genau da gelegen haben? Weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich sauer oder sogar wütend werde, rufe ich bei der Bank an. "Mit der EC-Karte kann man auch in Chile Geld abheben? Danke, danke, danke." Das Internet bestätigt diese Information. Am Nachmittag geht die Suche munter weiter. Mit den letzten Besorgungen beladen, suche ich meinen Schlüssel. Tasche auspacken - wo ist der denn -, Tasche wieder auspacken - der muss doch hier irgendwo sein, was soll denn das -, Tasche dreimal auspacken - wo ist dieser Sch... schlüssel... Ich warte ein paar Minuten vor der Tür und bin ratlos und als ich hochgehe um wenigstens das ganze Zeugs vor die Tür zu stellen, steckt der Schlüssel seit drei Stunden in meiner Wohnungstür. Er hätte mich bestimmt angelächelt, wenn er lächeln könnte. Die PINs stecken leider nicht im Schloss.
Also: Blumen sind theoretisch versorgt, Ticket nicht bezahlt (aberdasistnichtmeineSchuld), gefühlte zehn Kilo Wünsche erfüllt oder auch ein Drittel meines Rucksacks stelle ich Christian zur Verfügung. Also dann, ich habe ein gutes Gefühl:-)

Weniger als 24 Stunden vor der Abreise stelle ich fest, dass ich keinen PIN für die beiden Kredtikarten habe. Ich war mir ganz sicher, dass die genau da liegen sollen, wo ich gekuckt habe, aber da ist nichts, gar nichts. Warum hätte ich auch vor zwei Wochen schon mal Probekucken sollen, wo die doch immer genau da gelegen haben? Weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich sauer oder sogar wütend werde, rufe ich bei der Bank an. "Mit der EC-Karte kann man auch in Chile Geld abheben? Danke, danke, danke." Das Internet bestätigt diese Information. Am Nachmittag geht die Suche munter weiter. Mit den letzten Besorgungen beladen, suche ich meinen Schlüssel. Tasche auspacken - wo ist der denn -, Tasche wieder auspacken - der muss doch hier irgendwo sein, was soll denn das -, Tasche dreimal auspacken - wo ist dieser Sch... schlüssel... Ich warte ein paar Minuten vor der Tür und bin ratlos und als ich hochgehe um wenigstens das ganze Zeugs vor die Tür zu stellen, steckt der Schlüssel seit drei Stunden in meiner Wohnungstür. Er hätte mich bestimmt angelächelt, wenn er lächeln könnte. Die PINs stecken leider nicht im Schloss.
Also: Blumen sind theoretisch versorgt, Ticket nicht bezahlt (aberdasistnichtmeineSchuld), gefühlte zehn Kilo Wünsche erfüllt oder auch ein Drittel meines Rucksacks stelle ich Christian zur Verfügung. Also dann, ich habe ein gutes Gefühl:-)
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